Die Geschichte dänischer Ökologie

Die Geschichte der dänischen, ökologischen Anbauform fängt Anfang der 1960er-Jahre an und entwickelte sich vom damaligen Wissenschaftszweig zum heutigen Wirtschaftswachstum sowohl im Einzel- als auch im Großhandel.

Die ökologische Anbauform ist mehr als eine Rückkehr zur Landwirtschaft früherer Zeiten ohne die Verwendung chemischer Mittel, da sie auf biologischen Studien von ökologischen Systemen basiert.

Neueste Studien und Forschung über ökologische Systeme dienen zur Sicherung der Nachhaltigkeit und des Erfolges der dänischen, ökologischen Produktionsweise.

Im dänischen Landbau werden ökologische Methoden seit Beginn des 20. Jahrhunderts experimentell getestet. Gesellschaftlich begann sich die Ökologie jedoch erst zu Beginn der 1960er-Jahre von einem Wissenschaftszweig zu einem wichtigen Gegenstand der allgemeinen Auseinandersetzung zu entwickeln.

Die 1980er Jahre - Die Bio-Produktion wird gefördert

Im Jahre 1982 wurden die ersten, biologischen Möhren in dänischen Lebensmittelläden verkauft. Es handelte sich hierbei lediglich um ein kleines Sortiment an Bio-Produkten, und das Interesse der Verbraucher an dem neuen Lebensmittelphänomen war nicht all zu groß. Obwohl es bis 1987 keine gesetzlich kontrollierte Bio-Produktion gab, unterstützte der dänische Staat bereits die ökologische Landwirtschaft.

Das dänische Bio-Siegel, das seit 1990 auf staatlich kontrollierten Bio-Produkten versehen ist, hat bei der Etablierung des Bio-Bewusstseins bei den Verbrauchern eine bedeutende Rolle gespielt.

Die 1990er Jahre - Bio-Produkte rücken in den Fokus

Dieses Bewusstsein ist in den 1990ern stetig gestiegen. Anfang 1993 war die Nachfrage nach Bio-Produkten noch so begrenzt, dass nur die Hälfte der biologischen Milch tatsächlich als Bio-Milch verkauft werden konnte. Doch noch im selben Jahr änderte sich die Situation bedeutend. Die dänische Supermarktkette SuperBrugsen führte massive Discountprodukte und riesige Marketingkampagnen für Bio-Produkte ein. Andere Ketten folgten diesem Trend mit ähnlichen Verkaufsangeboten, was zu enormen Verkaufszahlen führte. Innerhalb eines Jahres durchlebte der Markt eine vollständige Wende. Plötzlich gab es sogar einen Mangel an biologischen Waren.

Nachdem der Marktanteil von Bio-Produkten in den 1990ern stetig anstieg, kam es im Jahr 1999 erstmals zu einer Abschwächung der Nachfrage. Erst im Jahr 2005 stieg die Nachfrage wieder explosionsartig.

Heute

Im Laufe der letzten paar Jahre ist der Anteil an Bio-Produkten im Sortiment der dänischen Lebensmittelläden stetig angestiegen. Als mitwirkender Faktor zum Wirtschaftswachstum des Absatzes von ökologischen Produkten zählen vor allem die größere Produktpalette an Bio-Produkten sowie das zunehmende Interesse der dänischen Verbraucher an Lebensmittel guter Qualität.

Trotz wirtschaftlicher Krise und eines Abschwungs im generellen Verbrauch ist der ökologische Marktanteil in Dänemark von 3,5% im Jahre 2009 auf 8,4% im Jahre 2015 gewachsen. Organic Denmark erwartet, dass der ökologische Marktanteil weiterhin wachsen wird.

Zeitachse

2015: Dänemark bleibt weiterhin weltweit führende Bio-Nation mit einem ökologischen Marktanteil von 8,4%. Grund für diese Entwicklung ist u.a., dass der Lebensmittelsektor noch mehr ökologische Produkte ins Sortiment nimmt, und dass die dänischen Verbraucher ein steigendes Interesse an dem Wohl der Tiere sowie reinen, gesunden Lebensmittel hoher Qualität aufweisen. 

2013: Der Gesamtumsatz von Bio-Waren in dänischen Großküchen hat sich innerhalb der letzten drei Jahre verdoppelt: von €61,1 Mio. im Jahr 2009 auf €123 Mio. im Jahr 2012.

2012: Die dänische Regierung beschließt neue Förderprogramme. Bis 2020 soll der Anteil an Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Küchen 60% betragen. Außerdem sollen die Anbauflächen für Bio-Landwirtschaft bis 2020 verdoppelt werden, so dass sie insgesamt 15% ausmachen.

2010: Unter dem Motto „Neue Nordische Küche" präsentieren dänische Aussteller auf der Weltleitmesse für Bioprodukte, der BioFach in Nürnberg, eine breite Auswahl an interessanten Bio-Lebensmitteln in höchster Qualität.

2009: Dänemark wird auf der BioFach als „Land des Jahres" gekürt - 40 dänische Aussteller sind am dänischen Gemeinschaftstand vertreten.

2008: Dänemark als "Ökologisches Land des Jahres" auf BioFach 2009 ernannt.

2007: Der Absatz von Bio-Produkten steigt um beeindruckende 25% im Vorjahresvergleich.

2002: Mehrere ökologische Fachverbände fusionieren zu Økologisk Landsforening/Organic Denmark, dem dänischen Bio-Landesverband.

1995: Der dänische Staat erarbeitet den ersten von zwei Aktionsplänen zur Förderung der biologischen Lebensmittelproduktion in Dänemark.

1993: Die dänische Supermarktkette Superbrugsen veranstaltet eine „Bio-Woche" mit massiven Preissenkungen und umfassenden Marketingmaßnahmen. Andere Supermarktketten folgen, und es kommt zu einer explosionsartigen Steigerung des Absatzes von Bio-Produkten. Plötzlich besteht ein Mangel an Bio-Produkten.

1992: Die Nachfrage nach Bioprodukten ist noch immer so gering, dass nur die Hälfte der ökologischen Milch als solche verkauft werden kann.

1987: Das dänische Parlament beschließt das erste, dänische Gesetz zur ökologischen Agrarproduktion. Als Zeichen für staatlich kontrollierte Bio-Waren wird das „Ø" Bio-Siegel eingeführt.

1982: Verkauf der ersten Bio-Möhren im Lebensmittelhandel. Die Produktion ist gering und ebenso das Interesse der Verbraucher.

1981: Mehrere Landwirte gründen den ersten Bio-Verband Dänemarks, in dem ein erstes Regelwerk für die biologische Produktion erstellt wird.

1975-1980: Einzelne dänische Landwirte beginnen mit dem systematischen Anbau ohne chemische Dünger und Pestizide.